1 Kurzbeschreibung

Titel
Die Norm trägt in der Übernahme ins deutsche Normenwerk den Titel: DIN ISO 37500:2015 – Leitfaden Outsourcing [1]. Die DIN-Ausgabe dieser internationalen Norm aus entspricht der englischen Originalfassung der ISO 37500:2014.
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist im Deutschen auch die internationale Bezeichnung ISO 37500 üblich, so auch in diesem Werk.
Es handelt um einen Leitfaden, der alle Phasen des Outsourcing-Lebenszyklus sowie die wesentlichen Konzepte und Verfahren für das Outsourcing beschreibt.
Aufgrund der allgemeingültigen Vorgaben ist die ISO 37500 auf Unternehmen unabhängig von ihrer Branche, Art, Rechtsform, Größe und der Produkte oder Dienstleistungen, die sie bereitstellen, anwendbar.
Beziehung zu Managementsystemnormen
Einen besonderen Bezug weist die ISO 37500 zur ISO 9001 [2] auf. So fordert die ISO 9001, dass das Unternehmen extern bereitgestellte Prozesse, Produkte und Dienstleistungen so steuert, dass diese den Anforderungen entsprechen. Diese Anforderungen beziehen sich nicht nur auf die klassische Beschaffung, sondern darüber hinaus auf Teilprozesse, Prozesse oder Funktionen, die auf externe Anbieter übertragen worden sind, also auf ein Outsourcing. Der Umgang mit weiteren sicherheitsspezifischen Anforderungen sowie auch gesetzlichen Anforderungen wie zum Beispiel dem Datenschutz bei der Aufgabenübertragung an externe Anbieter ergibt sich aus der ISO 27001 [3]. Daher bietet es sich an, die ISO 37500 ergänzend zur ISO 9001 und zur ISO 27001 anzuwenden.
Formen des Outsourcings
Die Norm kann grundsätzlich für alle Formen des Outsourcings angewendet werden. Beim Outsourcing lässt sich zwischen einer Auslagerung und einer Ausgliederung unterscheiden. Bei einer Auslagerung – einem Outsourcing im engeren Sinne – wird ein Prozess oder eine Funktion an einen unternehmensfremden Anbieter übertragen, der die Leistungen dann in eigener Verantwortung erbringt und an das auslagernde Unternehmen liefert. Von einer Ausgliederung – auch internes Outsourcing genannt – ist dann die Rede, wenn die Übertragung von Prozessen oder Funktionen auf ein oder mehrere verbundene Unternehmen erfolgt. Sind diese rechtlich nicht eigenständig, so handelt es sich um Profit Center. Möglichkeiten einer Ausgliederung an rechtlich eigenständige Unternehmen sind Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie Kooperationen, also von mehreren Unternehmen gemeinschaftlich gegründete rechtlich selbstständige Gesellschaften. Abbildung 1 gibt einen Überblick über die Formen des Outsourcings.
Abb. 1: Formen des Outsourcings [4]

2 Wesentliche Merkmale

Outsourcing auch für KMU
Für Konzerne und Großunternehmen sind Outsourcing-Projekte bereits seit Längerem ein Instrument zur Optimierung der Unternehmensleistung, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Da aber auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zunehmend in global agierende Liefer- und Produktionsnetzwerke eingebunden werden, sind auch diese Unternehmen gezwungen, sich über ihre optimale Wertschöpfungstiefe Gedanken zu machen und unter Umständen hier Veränderungen vorzunehmen. Dazu empfiehlt es sich, die ISO 37500 unterstützend anzuwenden, da diese Norm insbesondere auf die Belange von KMU zugeschnitten ist.
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